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Briefe der Freundschaft

Der Briefwechsel zwischen Klaus Groth und Johannes Brahms

Im Mittelpunk dieses spannenden Online-Projekts der Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein und der Klaus-Groth-Gesellschaft steht die norddeutsche Künstlerfreundschaft zwischen dem Komponisten Johannes Brahms und dem niederdeutschen Dichter Klaus Groth. Die Brahms-Gesellschaft und die Klaus-Groth-Gesellschaft werden wöchentlich in einem alternierenden Rhythmus den Briefwechsel von Klaus Groth und Johannes Brahms online auf den Webseiten veröffentlichen. Schauen Sie also auch regelmäßig auf die Seite der Brahms-Gesellschaft.
Der gesamte Briefwechsel zwischen den beiden Künstlern mit zahlreichen Anmerkungen und sehr lesenswerten Erinnerungen von Klaus Groth an seinen Freund Johannes Brahms ist 1997 im Boyens Buchverlag unter dem Titel „Johannes Brahms – Klaus Groth. Briefe der Freundschaft“ erschienen. Das Buch liegt für interessierte Besucher im Brahms-Haus zur Ansicht aus und kann dort auch erworben werden. Mit besonders dankenswerter Unterstützung vom Boyens Buchverlag.

 

 

 

 

63. Brahms an Groth

[Wien, 8. März 1888]

Lieber Freund,

Auf Deinen Chor bitte ich einstweilen zu verzichten. Ich schreibe ihn gelegentlich um. So wie er ist u. ihn leider Spengel bekommen hat, kann er, selbst von starkem Chor gesungen, nur mäßig klingen. Deinen Schützling angehend, sage ich vor allem u. bitte Euch: daß er sein Bleiben u. Gehen nicht von dem meinen abhängen lasse.
Er ist nicht meinet-, sondern Mandyczewskis wegen hier u. hat einfach zu lernen. Laßt ihn also ja in Ruhe, bis M. „in den Sommer“ geht – was hier lang genug dauert! (Die Geschichte des Vaters ist traurig u. schauerlich genug!)
Ganz unfaßbar aber ist mir, daß Ihr ihn nicht längst u. zu rechter Zeit sein Freiwilligen-Jahr habt durchmachen lassen! Wenn ich seinen Körper u. seine Haltung ansehe! Ganz abgesehen davon, daß dies Soldaten-Intermezzo alle Jahr ungelegener kommt! Ich meine, ihm müßte heilsam gewesen sein, was er in einiger Zeit gar nicht mehr aushält.
Janssens bitte zu grüßen, u. danke ich Dir herzlich, daß Du ihnen so freundlich bist.
Mir wäre es schon recht, wenn ich ein paar Frühlingstage in Kiel wäre – aber ich habe wieder italienische Pläne!

Sei recht herzlich gegrüßt von Deinem

J. Br.

Dein Herminchen kommt nächster Tage!

 

 

 

 

 

 

Klaus Groth - Jubiläumsmagazin zum 200. Geburtstag

„An He¸ ben seil de stille Maan.“
Klaus Groth – Sein Leben, sein Werk
Veranstaltungen zum Jubiläumsjahr
Klaus Groth in der heutigen Zeit

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