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Briefe der Freundschaft

Der Briefwechsel zwischen Klaus Groth und Johannes Brahms

Im Mittelpunk dieses spannenden Online-Projekts der Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein und der Klaus-Groth-Gesellschaft steht die norddeutsche Künstlerfreundschaft zwischen dem Komponisten Johannes Brahms und dem niederdeutschen Dichter Klaus Groth. Die Brahms-Gesellschaft und die Klaus-Groth-Gesellschaft werden wöchentlich in einem internierenden Rhythmus den Briefwechsel von Klaus Groth und Johannes Brahms online auf den Webseiten veröffentlichen. Schauen Sie also auch regelmäßig auf die Seite der Brahms-Gesellschaft.
Der gesamte Briefwechsel zwischen den beiden Künstlern mit zahlreichen Anmerkungen und sehr lesenswerten Erinnerungen von Klaus Groth an seinen Freund Johannes Brahms ist 1997 im Boyens Buchverlag unter dem Titel „Johannes Brahms – Klaus Groth. Briefe der Freundschaft“ erschienen. Das Buch liegt für interessierte Besucher im Brahms-Haus zur Ansicht aus und kann dort auch erworben werden. Mit besonders dankenswerter Unterstützung vom Boyens Buchverlag.

 

 

 

32. Brahms an Groth

[Wien, vor dem 9. November 1875]

Lieber, verehrter Freund,

In einer hiesigen Zeitung werden Lieder aus einem Singspiel von Em. Geibel (Der Rattenfänger von Bacharach) veröffentlicht.
Nun sind Sie ohne Zweifel befreundet mit G. Könnte ich nicht durch Sie Näheres über jenes Liederspiel erfahren? Ob es gedruckt wird, ob es für das Theater geeignet u. bestimmt – u. ob es schon komponiert oder jemandem bestimmt ist? Vermutlich kommt meine Anfrage zu spät – nun, ich erfahre es bald von Ihnen?
Die Duette kriegen Sie nächster Zeit gedruckt. – Halt! Die letzte u. Hauptfrage fehlt!
Ob ich im günstigen Fall den Rattenfänger sehen kann!
Lassen Sie mich bei der Gelegenheit hören, wie es Ihnen u. den Ihrigen geht. Der Winter wird für Ihre Frau nicht die günstigste Jahreszeit sein?
Ich reise im Januar nach Holland u. kann wohl viele Grüße von Ihnen rechts u. links abgeben?

In aller Eile u. Herzlichkeit


Ihr J. Brahms
IV. Wien
Carlsgasse 4.

 

33. Groth an Brahms

Kiel, 9. Nov. 1875

Lieber Freund!

Ich habe sogleich nach Empfang Ihres lieben Briefes an Em. Geibel geschrieben und ihn gebeten, Ihnen direkt oder mir Antwort zu geben.
Komisch war’s, daß in dem Augenblick vorher ein Brief von mir an Reinthaler fortging mit der Bitte, mir Ihre Adresse zu senden. Mein Verleger soll Ihnen nämlich etwas Neues von mir schicken.
Nun freuen wir uns wiederum auf die gedruckten Duette.
Meine Frau ist lange krank gewesen, doch hat sie nun einige Tage wieder mit uns gegessen unten im Eßzimmer. Sie geht in diesem Augenblick fort und sagt mir nochmals, ich dürfe die Grüße an Sie durchaus nicht vergessen.
Dabei erinnern wir uns denn, wie wir hier mit Reinthaler gesessen und Sie herbeigewünscht: es würde Ihnen schon gefallen haben!
Für Holland, denke ich mir, könnte es Ihnen angenehm sein, wenn ich Sie mit meinen Freunden bekannt mache.
Ich werde Ihnen dazu rechtzeitig eine Anzahl Kärtchen zuschicken, etwa mit Bemerkungen in einem Briefe, wovon Sie nach Belieben Gebrauch machen können.
Im übrigen, allerdings, rechne ich es mir zu hohen Ehre an, wenn Sie außerdem nach rechts und links sagen, daß wir Freunde sind.

Heute dies in Eile.

Ihr

Klaus Groth

 

 

 

 

Klaus Groth - Jubiläumsmagazin zum 200. Geburtstag

„An He¸ ben seil de stille Maan.“
Klaus Groth – Sein Leben, sein Werk
Veranstaltungen zum Jubiläumsjahr
Klaus Groth in der heutigen Zeit

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