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Briefe der Freundschaft

Der Briefwechsel zwischen Klaus Groth und Johannes Brahms

Im Mittelpunk dieses spannenden Online-Projekts der Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein und der Klaus-Groth-Gesellschaft steht die norddeutsche Künstlerfreundschaft zwischen dem Komponisten Johannes Brahms und dem niederdeutschen Dichter Klaus Groth. Die Brahms-Gesellschaft und die Klaus-Groth-Gesellschaft werden wöchentlich in einem internierenden Rhythmus den Briefwechsel von Klaus Groth und Johannes Brahms online auf den Webseiten veröffentlichen. Schauen Sie also auch regelmäßig auf die Seite der Brahms-Gesellschaft.
Der gesamte Briefwechsel zwischen den beiden Künstlern mit zahlreichen Anmerkungen und sehr lesenswerten Erinnerungen von Klaus Groth an seinen Freund Johannes Brahms ist 1997 im Boyens Buchverlag unter dem Titel „Johannes Brahms – Klaus Groth. Briefe der Freundschaft“ erschienen. Das Buch liegt für interessierte Besucher im Brahms-Haus zur Ansicht aus und kann dort auch erworben werden. Mit besonders dankenswerter Unterstützung vom Boyens Buchverlag.

 

 

22. Doris Groth an Brahms

Kiel, Donnerstag, 16. Okt. [18]73

Lieber Herr Brahms,

Klaus ist gestern nach Wien gereist; die größte Freude für ihn dort ist, Sie zu sehen. Er bat mich, Ihnen dies zu schreiben, da mein Brief wohl schneller reist als er mit Dr. Meyer von Forsteck. Der Entschluß zur Reise kam plötzlich, und ich bin sehr froh für Klaus, der den Süden von Deutschland nicht kennt. Ich und die Jungens entbehren ihn freilich sehr, wollen aber in Gedanken ihn begleiten und glücklich sein, wenn wir ihn gesund wiederhaben. Mir liegt den ganzen Tag und die Nacht eine Stelle aus dem dritten Lied des ersten Heftes „Magelone“ im Sinn. Die Magelonenlieder haben wir jetzt recht kennenlernen durch Stockhausen; mehrmals kam er morgens früh bei uns an u. sang; nur Brahms haben wir gesungen, wollte sagen, hat er, denn daß ich ihm Ihre Regenlieder zu Klaus’ Gedichten singen durfte, davon wollte ich nicht sprechen. Stockhausen sang uns aus Opus 58 und aus der Magelone eine ganze Reihe. Daß Sie nicht an die Ostsee kamen, hat uns betrübt, wir hoffen auf nächsten Sommer. Sie werden es behaglich und freundlich finden in unserm Häuschen, das als lieben verehrten Gast Sie aufnehmen will. Bei Meyers auf Forsteck haben wir Ihre Liebeswalzer gehört mit Stockhausen, sind bezaubert, entzückt davon. Doch alles kann Klaus Ihnen besser erzählen, als ich es schreiben kann. Möchten Sie viel voneinander haben, miteinander sein können.
Ich freue mich auf Klaus’ Erzählung von seiner Reise.

In Verehrung

Ihre ergebene Doris Groth.

 

 

 

 

Klaus Groth - Jubiläumsmagazin zum 200. Geburtstag

„An He¸ ben seil de stille Maan.“
Klaus Groth – Sein Leben, sein Werk
Veranstaltungen zum Jubiläumsjahr
Klaus Groth in der heutigen Zeit

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