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Briefe der Freundschaft

Der Briefwechsel zwischen Klaus Groth und Johannes Brahms

Im Mittelpunk dieses spannenden Online-Projekts der Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein und der Klaus-Groth-Gesellschaft steht die norddeutsche Künstlerfreundschaft zwischen dem Komponisten Johannes Brahms und dem niederdeutschen Dichter Klaus Groth. Die Brahms-Gesellschaft und die Klaus-Groth-Gesellschaft werden wöchentlich in einem alternierenden Rhythmus den Briefwechsel von Klaus Groth und Johannes Brahms online auf den Webseiten veröffentlichen. Schauen Sie also auch regelmäßig auf die Seite der Brahms-Gesellschaft.
Der gesamte Briefwechsel zwischen den beiden Künstlern mit zahlreichen Anmerkungen und sehr lesenswerten Erinnerungen von Klaus Groth an seinen Freund Johannes Brahms ist 1997 im Boyens Buchverlag unter dem Titel „Johannes Brahms – Klaus Groth. Briefe der Freundschaft“ erschienen. Das Buch liegt für interessierte Besucher im Brahms-Haus zur Ansicht aus und kann dort auch erworben werden. Mit besonders dankenswerter Unterstützung vom Boyens Buchverlag.

 

 

 

 

59. Brahms an Groth

[Wien, Ende November/Anfang Dezember 1887]

L[ieber] Fr[eund].

Es ist mir lieb, daß ein neuer Anlaß dazukommt, der mich nötigt, Dir endlich zu schreiben. Doch will ich erst die alte Schuld abtragen.
Simrock schickte mir s[einer]z[eit] Deinen Brief, u. darauf wollte ich Dir sagen, daß ich Deinen Schützling gern sehen würde u. bei öftern, behaglicherm Sehen auch vielleicht hoffen könnte, ihm zu nützen. Aber – wenn ich in Eure Gegend komme, ist es für kurze unruhige Tage, u. nach Wien ist es weit!
Es halten sich hier immer junge norddeutsche Künstler auf; ob aber Dein Freund in der Laune u. Lage ist, dies zu tun, weiß ich nicht. Ich weiß auch nicht, mit wem er studiert hat oder noch studiert? u. s. f. Kurz, da ist mehr u. leichter zu fragen als zu sagen!
Nun kommt das Neue, u. zwar eine Bitte. Es wohnt seit kurzem in Kiel ein Privatdozent Hr. Janssen (ich glaube, sein Fach ist engl. Literatur oder Geschichte), (Holtenauer Straße 141). Seine Frau ist eine Tochter meines ganz besonders hochverehrten Klavier-Lehrers Otto Kossel. Sie ist sehr musikalisch u. eine eifrige Klavierspielerin, entbehrt aber jetzt in den neuen Verhältnissen sehr den früheren musik. Umgang etc. Möchtest Du ihr gönnen, Dich kennenzulernen, im günstigen Fall ihre Bekanntschaft mit Hrn. Stange u. Toeche oder andern vermitteln u. ihr etwa bisweilen Karten zu Konzerten verschaffen?
Von ihrem Vater habe ich Dir gewiß öfter erzählt, denn wenn ich an den denke, komme ich leicht ins Plaudern. Er war ein ganz besondrer u. außerordentlicher Mensch u. Lehrer.
Unseres lieben Marxsens Tod erfuhr ich jetzt nachträglich, da ich von einer Reise zurückomme.
Dir geht es hoffentlich vortrefflichst wie gewöhnlich u. den 3 Kleinen auch?!
Ich hoffe recht sehr, Dich im Lauf des Winters zu sehen u. melde es alsdann vorher, gar gern wäre ich ein paar gemütliche Tage oder Wochen in unsrer Gegend!

Mit herzlichstem Gruß

Dein

J. Brahms

 

 

 

 

 

 

 

Klaus Groth - Jubiläumsmagazin zum 200. Geburtstag

„An He¸ ben seil de stille Maan.“
Klaus Groth – Sein Leben, sein Werk
Veranstaltungen zum Jubiläumsjahr
Klaus Groth in der heutigen Zeit

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